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Gestaltcafé: Feldtheorie und Neurodivergenz: Wahrnehmungsmodalitäten und Kraftfeldanalyse in der Praxis.

Was verändert sich, wenn wir neurodivergentes Erleben nicht in erster Linie als Abweichung oder Defizit betrachten, sondern danach fragen, wie ein Mensch seine Welt wahrnimmt, sich in ihr orientiert und mit seiner Umwelt in Beziehung tritt?

Der Vortrag führt in zentrale Gedanken der Neurodiversitätsbewegung ein und stellt ihnen einen phänomenologischen und gestalttheoretischen Blick gegenüber. Anhand eigener kurzer Fallvignetten aus unterschiedlichen Lebenssituationen werden Fragen aufgegriffen wie: Was geschieht, wenn Rückzug als „Verweigerung“, besondere Interessen als „Fixierung“ oder ungewöhnliche Kommunikation als „soziales Defizit“ verstanden wird? Und was wird sichtbar, wenn wir dasselbe Geschehen unter einem anderen theoretischen Blick betrachten?

Dabei geht es auch um die Frage, wie Wahrnehmung, Selbstregulation, Beziehung und Entwicklung im jeweiligen Organismus-Umwelt-Zusammenhang verstanden werden können. Konzepte wie Neurodiversität, Neurodivergenz, Masking und das „Double Empathy Problem“ werden ebenso aufgegriffen wie ausgewählte Gedanken aus der Gestalttheorie und dem kritisch-variationellen Ansatz.

Der Vortrag möchte dabei nicht eine neue „richtige“ Sichtweise gegen eine alte „falsche“ stellen. Vielmehr geht es darum, wie unterschiedliche theoretische Auffassungen unterschiedliche Gestalten eines Phänomens hervorbringen – und damit auch unterschiedliche Möglichkeiten des therapeutischen Handelns eröffnen oder verschließen.

Im Mittelpunkt steht schließlich die Frage: Was könnte sich in psychotherapeutischer Begegnung verändern, wenn wir nicht zuerst fragen: „Was stimmt mit diesem Menschen nicht?“, sondern: „Was wird hier sichtbar – und unter welchen Bedingungen?“

Referentin: MMag.a Sarah Scharf-Buchner  

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