Psychotherapie-Ausbildung

Ausbildungen in Gestalttheoretischer Psychotherapie werden in Österreich seit 1979 durchgeführt, seit 1985 im Rahmen der ÖAGP. Nach Inkrafttreten des Psychotherapiegesetzes wurde diese Ausbildung auch staatlich anerkannt und wird nun seit 1994 als fachspezifische Psychotherapieausbildung angeboten.

Charakteristika der Psychotherapieausbildung in der ÖAGP:

  • Die enge Verbindung und Integration von Selbsterfahrung, einem frühen Beginn des eigenen praktischen Einübens und Erprobens psychotherapeutischer Arbeitsweisen und der praxisbezogenen Theorievermittlung für das Verstehen psychotherapeutischen Geschehens.
  • Nicht ein blindes Nachahmen oder Übernehmen des Stils und der Eigenheiten von möglicherweise idealisierten LehrtherapeutInnen werden gefördert, sondern die individuelle Entwicklung der eigenen Therapeutenpersönlichkeit und ihres eigenen Stils.
  • Dem entspricht die Förderung der Gemeinschaftsfähigkeit und die Betonung des Lernens in der Gruppe, das in der Ausbildungs-Kleingruppe (maximal 10, in der Regel 6-8 TeilnehmerInnen) mit jeweils zwei LeiterInnen besonders intensiv ausfällt.
  • Praxisbezogene Auseinandersetzung mit dem ganzheitlich-systemischen Ansatz der Gestalttheorie und dessen hundertjähriger Forschungstradition: damit wird die Fähigkeit zur eigenständigen Anwendung dieses Ansatzes in der Psychotherapie und zu einer auch wissenschaftlich begründeten Reflexion des eigenen Handelns gefördert.
  • Die Betonung von Eigeninitiative und Eigenverantwortung schließt mit ein, dass die Ausbildung auch eine individuelle Anpassung des Ausbildungstempos an die eigene Person und die jeweilige Lebenssituation ermöglicht.

Das Fachspezifikum ist in zwei Abschnitte zu je zwei Jahren gegliedert (siehe tabellarische Ausbildungsübersicht). Es steht den AusbildungsteilnehmerInnen jedoch frei, die Ausbildungsschritte auch über einen längeren Zeitraum zu verteilen. Nach Eintritt in den zweiten Abschnitt, also ab dem dritten Ausbildungsjahr, kann bei Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen der so genannte "Status" (Freigabe zur Tätigkeit als Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision) erworben werden.

Die zeitliche Einteilung der Ausbildungsveranstaltungen kommt berufstätigen TeilnehmerInnen möglichst weitgehend entgegen. Durch eine besonders "schlanke" Organisation und Verwaltung gehört die Ausbildung zu den kostengünstigsten Psychotherapieausbildungen in Österreich - bei gleichzeitig hohem Anspruch an die inhaltliche und didaktische Qualität. Ausbildungsordnung, Ausbildungsvertrag, Tarifordnung und Kosten sind über diese Website jederzeit öffentlich zugänglich und garantieren damit die Transparenz der Rahmenbedingungen der Ausbildung. Auskünfte zur Ausbildung erteilt sowohl die Ausbildungsleitung als auch (aus Sicht der AusbildungsteilnehmerInnen) die KandidatInnenvertretung der ÖAGP. Zum praktischen Kennenlernen der Methode in Eigenerfahrung werden in bestimmten Abständen "Schnupperseminare" angeboten (für kleinere Gruppen auch auf Anfrage). Ebenso bieten Arbeitskreise eine gute Möglichkeit mit der Theorie, den AusbildungskandidatInnen und auch LehrtherapeutInnen Bekanntschaft zu machen.

Anfrage zur Ausbildung (Büro, Vorstand, Ausbildungsleitung der ÖAGP)
Anfrage an die KandidatInnen-Vertretung (Mag. Julia Rohner)

Weiterführende Informationen zur Ausbildung