Seminarprogramm

Der Traum in der Gestalttheoretischen Psychotherapie

Datum: 9 Mai - 12 Mai
09.05.-12.05.2019, Kombinationsseminar: Theorieseminar, kombiniert mit zwei Fach-/ Wahlpflichtseminaren

Leitung: Rainer Kästl, Gerhard Stemberger und Angelika Böhm
Ort: Kirchberg am Wechsel / Molzbachhof
Teilnahmegebühr: 558,- € (ür Nicht-ÖAGP-Mitglieder 614,- €)
Anmeldeschluss: 01.04.2019

Details : Rainer Kästl Gerhard Stemberger Angelika Böhm

„Der Traum ist kein Schauspiel, sondern ein Abenteuer“ – zitiert Wolfgang Metzger den deutschen Psychiater Heinz Ahlenstiel. Der Mensch erlebt den Traum nicht als bloßer Betrachter, sondern als Akteur. Das gilt für den Traum im Schlafen wie für den Traum im Wachen, den Tagtraum.

Das Geschehen ist in beiden Fällen vorerst „privat“. Erst durch die Mitteilung an andere, sei es als Traumbericht über Erinnertes, sei es als Offenlegung eines soeben ablaufenden Tagtraums, wird dieses Geschehen über das Erlebte hinaus noch zu etwas Anderem.

Dabei geht es uns im Kontext unseres Kombinationsseminars naturgemäß vorrangig um die Kommunikation über Träume in der Psychotherapie, um die damit verbundenen Beziehungsaspekte und therapeutischen Möglichkeiten.

Den Besonderheiten der Bewusstseinszustände von Traum und Tagtraum und ihrer konkreten Bedeutung für die Psychotherapie widmen wir uns in einer Pendelbewegung zwischen theoretischen Grundlagen und Ergebnissen der Forschung einerseits und Selbsterfahrung und therapeutischer Praxis andererseits. Wir lernen das gestaltpsychologische Verständnis dieser Bewusstseinszustände im Vergleich mit anderen Konzeptionen kennen; wir erfahren etwas über die Relevanz dieser Zustände für das menschliche Erleben und Verhalten; wir nehmen die Bedeutung der Kommunikation über Träume in der Therapie und deren Gestaltung in den Blick; wir reflektieren und erproben die Möglichkeiten, die sich aus all diesen Gegebenheiten für das psychotherapeutische Handeln ergeben.

Fachseminar: Praxis der Arbeit mit Traumerinnerungen

Wir erfahren, erproben und reflektieren in diesem Fachseminar unterschiedliche Möglichkeiten der Arbeit mit Traumerinnerungen in der Einzel- und Gruppenpsychotherapie. Dabei gehen wir den konkreten Voraussetzungen und Wirkungen der unterschiedlichen Arbeitsformen und der dabei eingesetzten Interventionen nach und reflektieren den möglichen Stellenwert der Arbeit mit Traumerinnerungen im Rahmen einer Psychotherapie. Wir beschäftigen uns sowohl mit den Beweggründen, Erwartungen und Zielen der Therapeutin, wenn sie Traumerinnerungen ihrer Klientin aufgreift, als auch mit den Beweggründen und Bestrebungen der Klientin, wenn sie ihrer Therapeutin Traumerinnerungen präsentiert.

Leitung des Fachseminars: Rainer Kästl

 

Fachseminar: Der Tagtraum in der Psychotherapie

Klartraum und Tagtraum unterscheiden sich von anderen Träumen darin, dass sich die Träumerin in diesen besonderen Bewusstseinszuständen darüber im Klaren ist, dass sie träumt, und auch darüber, dass sie in das Traumgeschehen aktiv eingreifen kann. Während das Klarträumen im Regelfall durch entsprechende Techniken und Übungen erst erlernt werden muss, haben praktisch alle Menschen die Fähigkeit (und oft auch Neigung) zum spontanen oder auch willentlich herbeigeführten Tagträumen. In diesem Fachseminar wollen wir uns in eigener Praxiserfahrung und Reflexion damit beschäftigen, wie verschiedene Formen des Tagträumens zustande kommen, was sie bewirken können und wie sie konstruktiv auch in ein psychotherapeutisches Geschehen eingebettet werden können.

Leitung des Fachseminars: Gerhard Stemberger

Literaturempfehlungen:

  • Metzger, Wolfgang (1967/2016): Zur Psychologie des Traumes (1967). Nachdruck 2016: Phänomenal – Zeitschrift für Gestalttheoretische Psychotherapie, 8(2), 41–46.
  • Tholey, Paul (2017): Gestalttheorie von Sport, Klartraum und Bewusstsein. Ausgewählte Arbeiten, herausgegeben und eingeleitet von Gerhard Stemberger. Wien: Krammer [darin v.a. die Arbeiten zur Gestalttheorie des Klartraums und der Bewusstseinsveränderung].
  • Agstner, Irene (2012): Veränderte Bewusstseinszustände – ihre Nutzung in der Psychotherapie. Phänomenal – Zeitschrift für Gestalttheoretische Psychotherapie, 4(1-2), 56–62.
  • Stemberger, Gerhard (2009): Feldprozesse in der Psychotherapie. Phänomenal – Zeitschrift für Gestalttheoretische Psychotherapie, 1(1), 12–19.
  • Stemberger, Gerhard (2018): Über die Fähigkeit, an zwei Orten gleichzeitig zu sein. Ein Mehr-Felder-Ansatz zum Verständnis menschlichen Erlebens. Mit Diskussionsbeiträgen von Michael B. Buchholz, Jürgen Kriz, Rainer Kästl. Gestalt Theory, 40(2), 207–234.
  • Böhm, Angelika (2016): Forschung zum Umgang mit Traumberichten in der Psychotherapie. Phänomenal – Zeitschrift für Gestalttheoretische Psychotherapie, 8(2), 33-40.
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